Kolumne: Kriminalität in Second Life![]() GEMA in Aktion und auf der suche nach Musikpiraterie!Nun aber mal zu etwas weniger persönlichen und uns abgeneigtem Phänomen in SL, den Musikrechten. Hintergrund dieser Rechtsverletzungen ist, dass Viele Mitspieler ihre virtuellen Räumlichkeiten mit Musik-Streams beschallen. Daneben gibt es auch in Bars und sonstigen Veranstaltungsorten kräftig was auf die Ohren oder sogar Konzerte mit den Künstler-Avataren von Suzanne Vega, Duran Duran oder der Indie-Pianistin Regina Spektor wurden schon durchgeführt. Ungeklärt ist hingegen aber, wer nun für die Lizenzrechte an der Musik aufkommt. SL Hersteller Linden Labs sieht die einzelnen Spieler in der Pflicht und verweist auf einschlägige Passagen in den Nutzungsbedingungen. Die Musikindustrie ist jedenfalls schon auf den Fall aufmerksam geworden und sieht wegen der Aufführung der Musik-Streams in einem „öffentlichen Raum” Lizenzgebühren als gerechtfertigt an. Wie es allerdings weitergehen soll und ob Klagen folgen ist noch unbekannt. Markenfälschungen à la Asien, Geiz ist auch hier geil!Viele Internet-Nutzer kennen das Problem, so wird auf manchen Plattformen oder Auktionshäusern Markenware zu unschlagbar günstigen Preisen verkauft. Doch oftmals handelt es sich dabei um Fälschungen, Plagiate und Kopien von vermeintlichen original Produkten. So schlägt dann die Freude über das scheinbare Schnäppchen bald in Frust um, nicht viel anders könnte es vielen Spielern in SL ergehen. Laut einer im April durchgeführten Studie der Agentur „P4M”, welche 44 Weltkonzerne verschiedener Branchen untersuchte, sind fast 60 Prozent aller Marken-Angebote gefälscht. „P4M” ist unter anderem auf den Schutz von Markenrechten im Internet spezialisiert und ebenfalls im Spiel vertreten und dort „beruflich” tätig. Man fand zum Beispiel kopierte Puma-Schuhe, Taschen von Louis Vuitton oder Nike-Artikel sowie Sex-Spielzeuge. Die Produkt-Piraten machen also auch im virtuellen Raum vor nichts halt. Die Ergebnisse sind ernüchternd:
Fälscher können für ihre Vergehen noch nicht verklagt werden, da noch unklar ist, welches Recht anzuwenden ist und somit die Verfolgung der Plagiatoren verhindert wird. Den Inhabern der Markenrechte sind somit oftmals die Hände gebunden. Ist die Herkunft der Spieler entscheidend oder der Standort der Server? Was sich bei Internet-Auktionshäusern schon lange geklärt hat, ist in SL noch offen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Entwickler Linden Lab die Fälle scheinbar nicht ernst nimmt und auch auf eine Anfrage von „P4M” am 8. Mai keine Reaktion kam. Eine erneute Nachfrage vom 21. Mai blieb ebenfalls unbeantwortet und der Ausgang des Falles „Lacoste” damit ungewiss ist. Spieler, die Opfer einer Fälschung wurden, sollten sich dennoch beim Entwickler beschweren, denn letztlich zeigte sich in der Vergangenheit schon mehrfach, dass Linden Lab auf massive Proteste aus der SL-Gemeinschaft eingegangen ist. Wie kann man also Musikpiraten und Markenfälschern das Handwerk legen? Massive Kontrolle von Seiten Linden Labs wird scheinbar ausgeschlossen und so überlassen die Entwickler lieber den Spielern die Juristerei! Kann so etwas angehen und sollte sich ein Entwickler darüber nicht Gedanken machen, wie er solch ein Verhalten einschränken kann? Ist es zum Beispiel unmöglich ein Lizenzsystem wie bei iTunes, Musicload, Napster und Co. zu schaffen? Bevor jeder beliebige Spieler Waren kaufen kann, welche Marken zum Verwechseln ähnlich sehen, sollte dann nicht jede Markenfirma ihre Existenz im Spiel in offizieller Form bestätigen oder sich in das Spiel direkt als Hersteller solcher Produkte einkaufen? Die Möglichkeiten existieren schon im realen Leben, wenn auch einige Mechanismen hier versagen, so macht es sich Linden Labs ziemlich einfach, indem sie die Klinke den Spielern und vor allem den Fälschern in die Hand drücken!
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