Kolumne: Kriminalität in Second Life![]() Second Life, von Teilnehmern und im Internet kurz „SL“ genannt, ist eines der mit Abstand am beliebtesten MMORPG der heutigen Zeit. Das seit 2003 online verfügbare und von Linden Lab entwickelte System hat seither mehr als acht Millionen registrierte Nutzer, von denen rund um die Uhr durchschnittlich zwischen 15.000 und 50.000 das System aktiv nutzen. Im zweiten virtuellen Leben interagiert der User als Mensch, spielt, betreibt Handel und anderweitige Kommunikation. In den ca. 4 Jahren Second Life bilden sich aber immer mehr und mehr kriminelle Machenschaften heraus, welche zunehmend das reale Leben reflektieren. Es existiert kein Rechtssystem, Anarchie und Chaos vorprogrammiert?Für alle Spieler verbindliche Regeln gibt es in SL bis heute nicht! Im Gegenteil, die Betreiber fordern die Spieler auf eigenständige Lösungen zu finden und damit für ein System von Balance zu sorgen. Angedachte Mittel existieren, wie zum Beispiel der tägliche Polizeibericht, der über Verstöße wie „Waffengebrauch” (siebentägigen Verbannung), „sexuelle Belästigung” (Verwarnung) oder Umweltverschmutzung (dreitägiger Ausschluss aus der Spielwelt) berichtet. Sind diese „Schutzmechanismen“ eher nur Mittel zum Zweck um von einer anarchistischen Politik abzulenken oder agieren wirklich alle Nutzer so, wie sie sich auch in ihrem eigentlichen Leben verhalten sollten? Sind ohne reale Schutzmechanismen und Institutionen brave Spieler willkürlich einer gewaltsamen Umgebung ausgeliefert?
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