Ein erster Schritt zum gläsernen Internetnutzer

Internet   Admin Matthias Schleusener    15.12.2007, 22:18 Uhr  

Die Diskussion um die Online-Überwachung hat bereits vor Monaten die Nation gespalten, als Bundesinnenminister Schäuble versucht hatte ein Gesetzesentwurf einzubringen, der den Einsatz so genannter Bundes-Trojaner erlaube.

Am vergangenen Freitagabend wurde erneut Öl ins Feuer gegossen.
Die neu gegründete German Privacy Fondation (GPF) traf sich am Freitag zu einer Diskussionsveranstaltung zum Thema „Ende der Privatsphäre?” in Berlin, um über die Folgen der Vorratsspeicherung von Telefon- und Onlinedaten zu diskutieren.
Experten prognostizierten dabei, dass von den derzeit 200 existierende Tor-Servern 180 vom Netz genommen werden sollen, so Karsten Neß, Sprecher der Gesellschaft zur Förderung angewandter Informatik. Ursächlich dafür seien Verpflichtungen zur verdachtsunabhängigen Vorhaltung von Verbindungsdaten, die ab Anfang 2009 in Kraft treten.

Neß habe selbst einen TOR-Zugangsknoten am Laufen und vor kurzem einen einwöchigen Test für die Vorratsdatenspeicherung gemacht. Dabei seien Vorrichtungen zum Aufbewahren der Verbindungsinformationen gesondert nachzurüsten.

Nach Ansicht von Neß sei es nahezu unmöglich einzelne IPs über die TOR-Server aufzuschlüsseln und diese einem Nutzer zuzuordnen.
Auch für Ulf Buermeyer, Richter des Landes Berlin und derzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bundesverfassungsgericht bringe die Speicherung auf Vorrat nicht viel, da diese nicht gerade dem Freiheitsdenken des Grundgesetzes entsprächen.

Fakt ist, dass die Anonymität des Einzelnen immer löchriger wird. Gleichzeitig kämen auf die deutsche wirtschaft horrende Investitionen zu, da das momentane Budget bei weitem nicht ausreiche.
Zwar wird es wohl kaum zum „Bundes-Trojaner” kommen, dennoch sollte man sich darauf einstellen, leichter im Internet erkannt zu werden.

Burkhard Schröder, Vorsitzender der GPF, versicherte: „Wir werden alle Maßnahmen verbreiten , die Vorratsdatenspeicherung legal ad absurdum führen.”
Wichtig für ihn sei es, das Thema in die öffentliche Diskussion zu bringen und dafür zu sorgen, dass durch den Bürger Widerstand gegen die Überwachungspläne aufgebaut wird.

Hoffen wir, dass dieser Widerstand groß genug sein wird.

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Quelle: heise.de

Kommentare/Trackbacks lesen

1) ein Benutzer schrieb am 15.12.2007 um 22:30 Uhr:

>> Von den derzeit 200 existierende Tor-Servern sollen vom Netz genommen werden,
Hat sich da der Fehlerteufel eingeschlichen? ;)

2) Admin Matthias Schleusener schrieb am 16.12.2007 um 12:19 Uhr:

Thx für die Info...
Hab's echt übersehen...

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