Lieber kaltes Essen als eine kalte Wohnung

Die Welt   Admin Matthias Schleusener    15.12.2007, 21:28 Uhr  

Das Leben heutzutage wird immer teurer.
Nicht nur die Preise für Nahrungsmittel, Automobilkraftstoff und sonstige Güter sind in den vergangenen Monaten extrem angestiegen.

Laut der Caritas, einem deutschen Wohlfahrtsverband melden sich bei ihnen immer mehr Hartz IV-Empfänger, die lieber auf eine warme Mahlzeit verzichten, als in einer kalten und dunklen Wohnung zu sitzen.

„Wir hören inzwischen vermehrt, dass warme Mahlzeiten in armen Familien vom Speiseplan gestrichen werden, um Strom zu sparen”, so der Freiburger Caritas-Experte für Armutsfragen, Alfred Schleimer.
„Oft haben die Menschen Angst, dass ihnen der Strom abgestellt wird - mancher hungert dann lieber, um das zu vermeiden.”

Dieser „Sparwahnnsin” geht sogar so weit, dass sich beim bayrischen Landesverband der Caritas eine alleinerziehende Mutter mit ihrem 7-jährigen Sohn meldete. Sie gab an, sich wochenlang nur von Reis und Nudeln ernährt zu haben. Sie wollte damit Geld für die Energie- und Wasserrechnung sparen. Sie gab an, dass ihr erst kurz zuvor der Strom aufgrund von Zahlungsrückständen abgestellt wurde.

„In solchen Fällen sind die Versorger oft knallhart”, sagte Schleimer. Wenn noch mehr Anbieter ihre Preise erhöhten, träten solche Fälle künftig häufiger auf. Es sei daher wichtig, dass der Staat mögliche Nachzahlungen übernehme, um Betroffene vor einer Schuldenfalle zu bewahren.

Laut Internet-Verbraucherportal VERIVOX gaben mehr als 318 Energiedienstleister an, zum Jahresbeginn die Versorgungspreise um bis zu 25% anzuheben.
Das Problem stelle sich dabei, dass Hartz IV-Empfänger von ihren Leistungen (derzeit 347,-€) selbst tragen müssten, erklärte Schleimer.

Die Linke forderte schon lange spezielle Sozialtarife für Bedürftige.
Den Aussagen des Experten zufolge sei dies aber der falsche Weg. Vielmehr sollte die Agentur für Arbeit die Kosten für Energiesparlampen und Wasserspartechnik übernehmen. Seiner Meinung nach würde man damit nicht nur den ständigen Preissteigerungen entgegenwirken, sondern würde gleichzeitig Einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Der Energieriese e.on möchte dennoch dem Vorschlag der Linken folgen und zum Jahreswechsel einen gesonderten Sozialtarif anbieten.

Eine genauere Übersicht über die Preisentwicklung ist auf der Seite des StatistischenBundesamtes zu finden.

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Quelle: n-tv.de

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